Heute Abend nach der Demo Tanz der Atome mit Jång und den Lohro Weltempfängern.
Wir sind nun auf die Grünfläche neben dem Rathaus (also immer noch direkt am Neuen Markt) gezogen, da morgen (Samstag) der CSD auf dem Neuen Markt ist.
Hier mal ein paar Bilder vor und nach dem Umzug

Um 20 Uhr gibt’s im Camp ein Blockadetraining. Auch im Hinblick auf eine mögliche Räumung bestens geeignet.
Ordnungsamt erhöht Druck auf Protestcamp
Seit mittlerweile sechs Tagen befinden sich auf dem Neuen Markt in Rostock täglich bis zu 40 Demonstrant_Innen um, in Form eines Protestcamps, gegen Transporte von nuklearer Fracht über den Rostocker Hafen zu demonstrieren.
Hintergrund ist das Verbot einer ursprünglich genehmigten Fahrraddemonstration zum Rostocker Überseehafen. Um gegen dieses Verbot und zeitgleich die Atomtransporte zu demonstrieren beschlossen die Demonstrant_Innen die Einrichtung eines Protestcamps.
Bislang duldete das Ordnungsamt diese Protestform, indem sie das Camp weitestgehend in Ruhe ließen und auch die Polizei beschränkte sich mit ihrer Präsenz auf regelmäßige Patrouillen. Doch seit Dienstag scheint man von Seiten der Stadt bemüht das Camp möglichst kurzfristig abzuwickeln.
Nachdem gestern von öffentlicher Seite der Vorschlag kam, das Anti-Atom-Bündnis Nordost könnte am Freitag die gewollte Fahrraddemonstration auf der ursprünglichen Route durchführen, inklusive des Teilstücks über die A19, besuchten heute erneut zwei Herren des Ordnungsamtes das Camp.
Offizieller Hintergrund dieses Besuches war, dass Angebot einer neuen Stellfläche, da der am Samstag stattfindende Christopher Street Day den kompletten Neuen Markt benötigen und es somit keinen Platz mehr für das Protestcamp geben würde. Bei der neuen Fläche handelt es sich um eine Grünfläche in direkter Nachbarschaft zum Neuen Markt, jedoch bei weitem nicht so zentral gelegen, wie der aktuelle Platz.
Dieses Angebot wurde mit der unterschwelligen Botschaft unterbreitet die aktuelle Fläche durch die Polizei räumen zu lassen, wenn von unserer Seite aus keine Kooperationsbereitschaft bestehen würde. Die kurzzeitige Nutzung der Grünfläche ab Samstag, wäre für uns durchaus eine annehmbare Alternative, da wir die Teilnehmer_Innen des CSD in keinster Weise einschränken wollen. Allerdings ist die vom Ordnungsamt geforderte Lösung bereits Donnerstag auf diesen Platz umzuziehen keine Option, da wir darin den Versuch seitens der Stadt sehen uns aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu vertreiben und uns so zum wiederholten Male in den Ausübungen unserer Grundrechte zu beschneiden.
Die Protestcampenden
Auch des Nachts wird es im Camp nicht ruhig.
Heut Abend ab ca. 21 Uhr Lesung – „Leben im Atomstaat“ von Gorlebener Turmbesetzer_Innen
Hier ein Video vom Medienkollektiv Manfred zum Camp.
Rostock, 11. Juli
Seit mittlerweile vier Tagen befinden sich vor dem Rostocker Rathaus, am neuen Markt, ununterbrochen Anti-Atom-Aktivist_Innen um gegen Atomtransporte, welche über den Rostocker Überseehafen umgeschlagen werden und die ihnen infolge dessen erfahrene Repression zu demonstrieren.
Grund der ursprünglichen Demonstration war, dass über die Reederei Scandlines (0381 54350) seit 6 Jahren atomare Grundstoffe von Rostock nach Schweden und Uranhexaflorid und MOX-Brennelemente aus Schweden nach Rostock transportiert werden. Diese sind für AKWs in Deutschland, Schweiz und Frankreich bestimmt. Diese Transporte wurden sowohl unter der rot-roten, als auch unter der rot-schwarzen Regierung geheimgehalten und kamen erst vor zwei Wochen ans Licht.
Die Fahrraddemo sollte, über ein Teilstück der A19, zum Fährterminal von Rostock führen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung verbot die Stadt diese, da Straßenverkehrsamt und Polizei in buchstäblich letzter Minute doch noch Einwände gegen die Nutzung der Autobahn hervorbrachten.
Infolge dieser unerwarteten Repression beschlossen die Teilnehmer_Innen nicht still und leise zu Hause auf einen nicht vor Montag kommenden Richterspruch zu warten, sondern ein Protestcamp am neuen Markt einzurichten.
Der zuständige Richter konnte aufgrund des Zeitablaufes nicht mehr über den Antrag entscheiden, will aber die Kosten des Verfahrens der Hansestadt Rostock auferlegen, weil er, wenn er über den Antrag entscheiden, dem Kläger hätte Recht geben müssen. Er begründete dies mit der Tatsache das solche Einwände vor Beginn der Demonstration hätten erfolgen müssen.
Wir werden die ursprünglich geplante Demonstration am Sonntag ab 12 Uhr durchführen. Wir rufen alle Menschen dazu auf an dieser teilzunehmen. An diesem Tag wird möglicherweise um 13:45 eine Scandlinesfähre mit frischen Brennelementen eintreffen. Außerdem laden wir bis dahin ins Protestcamp ein um gegen die veranwortungslose Atompolitik und unmögliche Haltung und Repression der zuständigen Behörden und Organe zu demonstrieren.


